Denn Diskus-Buntbarsche sind äußerst empfindsame Fische und sollten daher nur in Artenbecken gepflegt werden. Sie passen auf keinen Fall mit lebhaften oder gar aggressiven Fischen zusammen! Die Aquariumgröße richtet sich nach der Anzahl der Tiere, als Minimumgröße kommt jedoch kein Aquarium unter 200 Liter in Betracht, will man den Diskus (auch wenn es sich nur um ein Paar handelt) erfolgreich pflegen. Das Aquarium sollte wenigstens 50 cm hoch sein, handelt es sich doch bei Diskusfischen um scheibenförmig hochgebaute Fische, die schon etwas Schwimmraum zwischen Bodengrund und Wasseroberfläche benötigen. Werden mehrere Paare gepflegt, sollte das Aquarium ausreichend Reviere ermöglichen, damit sich die Fische in der Brutzeit "aus dem Weg gehen können"! Geschmacks-Sache: Die Einrichtung im Diskus-Aquarium
Es gibt viele Ansichten über die Dekorationsmöglichkeiten eines Diskus-Aquariums! Während einige Aquarianer dafür plädieren, ein Diskusbecken spartanisch einfach einzurichten, ohne Bodengrund, Wasserpflanzen oder andere Dekoration, als die bewußten Ablaichkegel aus Ton, sind viele andere wieder der Ansicht, daß man in einem Diskus-Artenbecken nicht auf Dekoration und Wasserpflanzen verzichten sollte. Abgesehen davon, daß hier Geschmacksrichtungen geäußert werden, herrscht die Ansicht vor, daß es für Diskusfische in einem spartanisch eingerichteten Aquarium einfach an "Rückzugsmöglichkeiten" fehlt, die für sie eine gewisse Sicherheit bedeuten. Wasserpflanzen entziehen dem Wasser außerdem Belastungsstoffe und geben Sauerstoff - zumindest in der Assimilationszeit - ab, was entscheidend zur Verbesserung der Wasserbedingungen und damit der Pflegebedingungen für die Fische beiträgt! Der Grund für die Ansicht, ein Diskusbecken sollte spartanisch einfach eingerichtet werden, liegt sicherlich in den Schwierigkeiten und Mißerfolgen, die hier offenbar recht häufig gemacht wurden. Natürlich ist es schwerer, bei den relativ hohen Temperaturen und der damit verbundenen erhöhten Assimilationstätigkeit der Wasserpflanzen auch den erhöhten Lichtbedarf derselben zu decken! Ist Dekoration (Wurzeln, Steine etc.) und Bodengrund vorhanden, ist es schwieriger die Wasserqualität zu erhalten, die für Diskusfische zum Wohlbefinden unerläßlich ist. Da hat man es bei spartanisch einfach eingerichteten Aquarien schon leichter, wenn dies auch kaum den Bedürfnissen der Fische insgesamt gerecht werden kann.
Ein König der Ansprüche!
Diskusfische stellen hohe Ansprüche an die Wasserqualität! Zwar ist für die bloße Pflege weiches saures Wasser nicht unbedingt eine der Grundvoraussetzungen, im Gegensatz zur Zucht dieser Fische. Hohe Ansprüche werden dagegen an die Sauberkeit allgemein gestellt. Nicht nur optische Reinheit ist gefordert sondern auch optimale biochemischen Bedingungen. So reagieren Diskus fast immer mit Schleimhautproblemen, wird nicht genügend Wasser gewechselt oder entspricht der Nitrat - und Phosphatgehalt nicht den Optimalforderungen (nahe 0 mg/L PO4 und NO3). Auch giftige Zwischenstufen im Stickstoffkreislauf wie Ammoniak und Nitrit verursachen den Fischen große Probleme. Wenn auch zur Hälterung und Pflege von Diskusfischen weiches Wasser und ein pH-Wert im sauren Milieu unter pH 7 nicht Voraussetzung ist, so bekommt den Fischen ein Zusatz von Huminsäure-haltiger Präparate doch hervorragend. Diese dürfen nicht überdosiert werden, da sie den pH-Wert beeinflussen können. Gegen pH-Wert-Schwankungen sind Diskusfische ebenso empfindlich, wie gegen schlechte Wasserqualität! Man sollte daher darauf achten, daß wenigstens eine Minimum-Härte von 5 KH zur Stabilisierung des pH-Wertes gehalten wird. Der pH-Wert wird sich bei einer Karbonathärte von 5 KH (Minimum) auf etwa 8 bis 8,4 pH einpendeln. Um biogene Entkalkung und einen möglicherweise drohenden Säuresturz mit Säureschäden als Folge zu verhindern, sollte CO2 dosiert werden. Hierdurch bleibt das Bikarbonat (Salz der Kohlensäure) im Wasser in Lösung, es fallen keine Karbonate (alkalische Puffer) mehr aus. Senken Sie den pH-Wert durch CO2 sicherheitshalber nicht unter 7, 3 pH, um einerseits zu verhindern, daß die Fische zuviel CO2 (abhängig von der KH) abbekommen und dadurch "ersticken" können, andererseits das Ammonium - /Ammoniak - Verhältnis gegebenenfalls nicht durch extreme pH-Schwankungen aus dem sauren in den alkalischen Bereich verändert wird. Naturnahe Wasser-Voraussetzungen für Diskusfische im Aquarium nachzuvollziehen, sollte nur absoluten Spezialisten und Züchtern (dann aber meist nur unter den besagten "spartanischen Bedingungen") vorbehalten bleiben. Diese sollten dann aber auch über die bio-chemischen Kenntnisse verfügen, um diese Wasser-Voraussetzungen auch stabil erhalten zu können. Zur Pflege genügt es vollkommen, den Fischen durch regelmäßigen Teilwasserwechsel (wöchentlich mindestens 25 % des Aquariuminhaltes, besser täglich 10 %), unter der Bedingung, daß das Ausgangswasser tauglich ist, eine möglichst gesunde und unbelastete Umwelt zu bieten.
Kalkfreie Dekoration ist Pflicht
Wenn das Artenbecken für Diskusfische mit Dekoration bestückt wird, ist darauf zu achten, daß das verwendete Dekorationsmaterial die Wasserqualität nicht beeinträchtigt (zum Beispiel Abgabe von Härtebildnern bei Tuff-Gestein etc.), keine Verletzungsgefahr für die Fische bedeuten kann (keine Verwendung scharfkantiger Materialien wie zum Beispiel Lava etc.) und nicht allzuviele "Mulmnester" ermöglicht. Moorkienholz gibt zwar - vor allem in der Anfangsphase - Huminsäuren und Trübstoffe ab, letztere sind jedoch über Aktivkohle im Filter leicht herauszufiltern. Eine leichte Braunfärbung schadet nicht und ist sogar erwünscht. Der Wasserbewegung (Oberflächenbewegung zum Gasabtausch) empfiehlt sich größere Bedeutung beizumessen, obwohl oft geäußert wird, daß Diskus weniger Wasserbewegung bevorzugen. Nach der Erfahrung vieler Diskushalter stimmt das nicht ganz. Zwar wollen Diskus keine "Stromschnellen-Effekte", fühlen sich aber in einem gut durchströmten Aquarium durchaus wohl, was ihre ruhigere Atmung auch zeigt. Wie sollte denn in einem spartanisch eingerichteten (nahezu nacktem Aquarium ohne Wasserpflanzen) für den notwendigen Sauerstoff gesorgt werden, wenn nicht durch eine ausreichende Wasserströmung mit Oberflächenbewegung?!
Den Filter in Schwung halten
Dies erleichtert auch die Hygienebedingungen, da durch die Wasserströmung alle Abfallstoffe (Futterreste, soweit sie nicht sofort aus dem Aquarium entfernt werden können, Ausscheidungen der Fische und abgestorbene Pflanzenteile etc.) besser dem Filter zugeführt werden. Ein Filter sollte der Aquariumgröße aber auch der Größe (Körpermasse) der gepflegten Fische angepaßt sein. Die Nennleistung des Filters muß so ausgelegt sein, daß der Aquariuminhalt wenigsten zwei- bis dreimal in der Stunde umgewälzt wird (durch den Filterinhalt wird diese Leistung je nach Art des Filtermaterials und der Filterpflege) ohnehin reduziert. Auf die richtige Filterhygiene kommt es an! Es ist falsch, ein Filter täglich oder wöchentlich zu reinigen (außer es handelt sich um ein Schnellfilterungssystem), genauso falsch ist es aber auch, ein Filter nur alle vier bis fünf Monate zu säubern! Als optimal kann bei der Pflege von Diskusfischen ein Filterwechsel-Rhythmus von drei bis vier Wochen gelten! Aus dem Zusammenleben von Diskusfischen mit Charakter-verwandten Fischen in einer Aquariumgemeinschaft ergeben sich fast immer gewisse Probleme, so daß wirklich nur geraten werden kann, Diskus separat und allein in einem Aquarium zu pflegen. Vergesellschaftet man sie mit Scalaren oder Pterophyllum altum, ist eine häufige Ansteckung mit Hexamiter (Lochkrankheit) nahezu unvermeidlich! Auch die meisten algenfressenden Welse machen zuweilen Probleme, indem sie die Diskusfische dadurch verletzen, daß sie deren Schleimhaut abweiden und so eine ideale Angriffsfläche für Pilze und Bakterien oder Ektoparasiten schaffen. Im Artenbecken und bei guter Pflege, können Diskusfische ein beachtliches Alter von 10 Jahren und mehr erreichen.
Die Diskus-Zucht ist eine Kunst
Die Zucht von Diskusfischen ist schwierig und sollte daher nur von "Wissenden" angestrebt werden, die auch über die notwendigen Kenntnisse in Wasserchemie verfügen, um Zuchtbedingungen herzustellen und zu halten. Wer die Ambition hat, sich mit der Zucht dieser Fische zu befassen, sollte sich unter die "Fittiche" eines erfahrenen Diskuszüchters begeben, eine todsichere "Gebrauchsanweisung" läßt sich wohl kaum schriftlich erstellen! Wie für alle anderen Fische auch, liegt für Diskusfische das "Salz des Lebens" in der Abwechslung im Speiseplan! Auf alle geeigneten Futtersorten einzugehen sprengt den Rahmen des hier Möglichen. Nur soviel sei gesagt, daß Rinderherz kein geeignetes Futter auf Dauer darstellt. Auch verdorbene und schlecht gepflegte Tubifex oder Mückenlarven sind nicht gerade das Richtige für Diskusfische. Allerdings hat es mit der Abwechslung beim Futter auch einen Haken! Diskus sind im weitesten Sinne des Wortes "Gewohnheitstiere", ja man kann sie ruhig als die „Feinschmecker“ unter den Fischen bezeichnen!
Unser Diskusfutter wird gern genommen!
Das Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, ißt er nicht!" trifft voll auf sie zu! Es ist daher immer schwierig, Diskus an neue Futtersorten zu gewöhnen. Wird das Futter allerdings erstmals angenommen, gibt es in der Regel zukünftig keine Probleme mehr damit. Es bleibt der Findigkeit des Liebhabers überlassen, seinen "heiklen" Pfleglingen - notfalls mit ein oder zwei Futterfreien Tagen - ein neues Futter "schmackhaft" zu machen.